Das Königreich Böhmen; Bunzlauer Kreis.

Das Königreich Böhmen; statistisch-topographisch dargestellt von Johann Gottfried Sommer. Bunzlauer Kreis.

Allgemeine Uebersicht der physikalischen und statistischen Ver-
hältnisse des Bunzlauer Kreises.

Von Franz Xaver Maximilian Zippe.

Der Bunzlauer Kreis gehört zum nördlichen Theile von Böhmen, und liegt zwischen 50°10‘ und 51°2‘ nördlicher Breite und 32° und 33°6‘ östlicher Länge von Ferro. Er gränzt gegen Nordwesten an den Lausitzer Kreis des Königreiches Sachsen, gegen Norden und Nordosten an den Laubaner und den Löwenberger Kreis der preußischen Provinz Schlesien; gegen Osten und Südosten ist sein Nachbar der Bidschower Kreis Böhmens, gegen Süden der Kauřimer, gegen Südwesten der Rakonitzer, und gegen Westen der Leitmeritzer Kreis. Seine größte Ausdehnung ist von Süden nach Norden; sie beträgt in gerader Richtung von seiner Gränze, etwas südlich von Nimburg, bis an die sächsische Gränze bei Wiese, 12½ teutsche Meilen; die Linie von seinem westlichsten Punkte bei Melčehost, auf der Herrschaft Melnik, bis hinter Roždialowitz, an der östlichen Gränze, ist 8½ teutsche Meile; eben so lang die von Domaschitz an der Westgränze bis Wranowsko an der Ostgränze; die von Dobern bis zum östlichsten Punkte des Kreises an der Iser bei Hochstadt beträgt 8 teutsche Meilen. Die gerade Linie jedoch von Hohenwald an der sächsischen Gränze bis unter den Keulichten Stein an der schlesischen Gränze beträgt nur 3 Meilen. Der Flächeninhalt des Kreises beträgt nach dem Kataster 77¼ Quadrat Meilen, nach Kreibichs Berechnung jedoch nur 75 Quadrat Meilen.

Beschaffenheit der Oberfläche. Das Gebiet des Bunzlauer Kreises ist zum größten Theile Flachland, welches sich, von Hügelrücken und mehr oder weniger tiefen Thaleinschnitten durchzogen, von der Mitte des Kreises bis an seine südliche Gränze allmählich abdacht. Von ähnlicher Beschaffenheit ist der nordöstlichste Theil des Kreises; ebenfalls Flachland, von Hügelrücken durchzogen; dieses verflächt sich nordwestlich. Zwischen diesen beiden Theilen von flachem Lande erheben sich Gebirge, welche theils in zusammenhangender Verzweigung, theils als isolirte Berge und Berggruppen sich über die genannten ebenen Theile des Kreises erheben, und sich mit ihren Gehängen hauptsächlich über die nördlichen, nordwestlichen und westlichen Gegenden des Kreises verbreiten, wo sie dann mit den Gebirgen des Leitmeritzer Kreises zusammenhangen. Die Gebirge des Kreises im Einzelnen betrachtet sind folgende:

1. Das Isergebirge; dieser mächtige Gebirgsstock verbreitet sich mit seinen Abhängen und Verzweigungen hauptsächlich in diesem Kreise, und durchstreicht den nördlichen Theil desselben in einer Richtung von Südosten nach Nordwesten. Von einigen Geographen wird dieses Gebirge noch zum Riesengebirge gerechnet, und als dessen westlicher Flügel betrachtet; eigentlich ist es der nordwestliche Theil der Sudeten, welche Gebirgskette sich bekanntlich zwischen den Ländern Böhmen, Schlesien und Mähren erhebt. Sonst heißt dieses Gebirge auch das Lausitzer Gebirge, weil es sich hauptsächlich gegen die Gränze der Lausitz zu erhebt und einige Theile dieses Landes mit seinen Gehängen bedeckt. Das Isergebirge ist seiner Form nach ein Massengebirge, welches sich nach seinen Ausdehnungen in die Länge und Breite fast gleichförmig verbreitet; es zerfällt in mehre Zweige, welche auch durch besondere Benennungen von einander unterschieden werden, nämlich:

a) Das eigentliche, auch das Hohe Isergebirge und auch die Hohe Iser genannt. Dieser Gebirgsstock bildet eine Gebirgsplatte, welche sich, mit einer Höhe von beiläufig 450 Wiener Klafter über der Meeresfläche, auf 3 Meilen in die Länge und fast eben so viel in die Breite erstreckt, und über welche die höhern Punkte als langgezogene Rücken und einzelne Kuppen bis 150 Wiener Klafter und darüber hervorragen, und so die Oberfläche derselben wellenförmig gestalten. Diese Gebirgsrücken werden gewöhnlich Kämme genannt; sie laufen im höhern östlichen Theile des Gebirges ziemlich parallel in nordwestlicher Richtung, und bestehen aus Reihen von Bergkuppen, deren einzelne Namen nur den wenigen im Gebirge hausenden Forstleuten und Holzfällern bekannt sind. Die bedeutendsten dieser Kämme sind der Mittel-Iserkamm und der Wohlsche Kamm. Durch das Thal des hier entspringenden Iserflusses wird das Isergebirge von dem, im angränzenden Bidschower Kreise verbreiteten Riesengebirge getrennt, und der Hohe Iserkamm in Schlesien, an der Ostseite des Iserthales, gehört eigentlich schon zum Riesengebirge. Im westlichen, bedeutend niedrigern Theile des Gebirges gruppiren sich die Kuppen nicht mehr reihenförmig; sie isoliren sich mehr und gehen allmählich in niedriges Gebirge und Hügelland über. Von der nördlichen Seite betrachtet erhebt sich das Isergebirge plötzlich mit Steilheit aus dem, nordwärts davon gelegenen Flachlande; gegen Mittag hangt es mit der folgenden Gebirgsabtheilung zusammen, und seine Gränzen erstrecken sich bis Přichowitz und bis zum Schwarzbrunnenberge, von wo es eine sanftere Abdachung annimmt; südwestlich bildet das vom letztgenannten Berge auslaufende Thal der Neisse eine scharfe und bestimmte Gränze des Hohen Isergebirges.

b) Das Hochstädter Gebirge; unter dieser Benennung begreifen wir den vom Wohlschen Kamme südlich auslaufenden Gebirgsrücken zwischen der Iser und der Kamenitz, von Přichowitz anfangend bis nach Semil herab. Es ist dieser lange Gebirgsrücken gewissermaßen nichts als eine Fortsetzung des Wohlschen Kammes, welcher nach Süden zu allmählich sich abdacht und in Mittelgebirge und niedriges Gebirge übergeht; seine südliche Gränze wird, so wie seine östlich, durch das Iserthal bezeichnet.

c) Die dritte Abtheilung des Isergebirges bildet der, vom Schwarzbrunnenberge in nordwestlicher Richtung fortlaufende Gebirgszug, welcher sich an seinem höchsten Punkte, dem Jeschken, bis 525 Wiener Klafter über die Meeresfläche erhebt, und den wir daher am schicklichsten mit dem Namen Jeschkengebirge bezeichnen. Am Schwarzbrunnenberge hangt dieser Gebirgszug mit dem Hohen Isergebirge zusammen und wird in seinem nordwestlichen Verlaufe durch das Neissethal von ihm getrennt; südöstlich erstreckt sich sein Fuß bis an die Kamenitz, welche diese und die vorhergehende Abtheilung des Isergebirges von einander scheidet; südlich begränzt der Lauf der Iser diesen Gebirgszweig, und südwestlich erhebt er sich mit Steilheit aus der Ebene des Bunzlauer Kreises; seine Länge beträgt fast 5 Meilen, bei einer Breite von 1½ Meile. Gegen das nordwestliche Ende wird er bedeutend niedriger, und der von seinem Anfangspunkte ununterbrochen fortlaufende ziemlich hohe Rücken, über welchen sich noch einige höhere Kuppen bedeutend erheben, gestaltet sich hier zu einem, aus einzelnen Gipfeln gruppenförmig zusammengesetzten niedrigen Gebirge.

Die übrigen Gebirge des Kreises sind:

2. Die Verzweigungen des im Leitmeritzer Kreise herrschenden Mittelgebirges, welche sich von dort ostwärts bis in diesen Kreis verbreiten; sie sind:

a) Der nordöstliche Theil desselben; er wird in der Umgegend gewöhnlich das Röhrsdorfer Gebirge genannt und von den Geographen oft auch als zum Lausitzer Gebirge gehörig betrachtet, weil dieser Gebirgszweig sich ebenfalls an den Gränzen Böhmens mit der Lausitz hinzieht und diese zum Theile bezeichnet. Dieses Gebirge erscheint als eine zusammenhangende Kette und ist die Fortsetzung der vierten Abtheilung des Mittelgebirges im Leitmeritzer Kreise, rechts der Elbe und nordwärts der Pulsnitz (Siehe die Uebersicht der physikalischen und statistischen Verhältnisse im 1. Bande.) In dieser Gebirgskette erhebt sich der schöne kegelförmige Mittagsberg, auch die Lausche genannt, und als nordöstliches Ende derselben, gleichsam als Gränzstein, der Hochwald, bei Krombach. Der Raum zwischen diesem Gebirgszuge und dem Jeschkengebirge wird durch niedrige Bergkuppen ausgefüllt, welche diese beiden Gebirge mit einander verbinden, und die Scheidung zwischen beiden wird durch den Paß bei Gabel genau bezeichnet. Die südliche Gränze dieser Kette läuft durch die Orte Gabel, Kunnersdorf, Zwickau und Röhrsdorf.

b) Südwärts dieser zuletzt angegebenen Gebirgsgränze ist flaches Land verbreitet, über welches sich zerstreute, meist kegelförmige Berge, theils vereinzelt, theils in Gruppen versammelt erheben, und sich so fast bis gegen die Mitte des Kreises vorfinden. Diese bilden die zweite oder mittlere Abtheilung des Mittelgebirges im Bunzlauer Kreise, und sind die östliche Fortsetzung der, in der Uebersicht zum Leitmeritzer Kreise angeführten fünften Abtheilung des Mittelgebirges, ostwärts des Robitzer und des Sporkabaches. Die südliche Gränze dieser Gebirgsabtheilung wird durch den Bach, welcher von Weißwasser der Iser zufließt, und durch den, durch die Teiche bei Hirschberg in den Neuschlosser Teich laufenden Bach bezeichnet. Als der bedeutendsten dieser zerstreuten Kegelberge wollen wir hier nur des Rollberges bei Niemes, und des über die Ebenen Böhmens weit hinschauenden Pösigs gedenken, da die übrigen, so wie überhaupt die einzelnen Berge aller Abtheilungen, in der Topographie ohnehin näher bezeichnet werden.

c) Südlich der im Vorhergehenden angenommenen Gränze findet sich an der Westseite ein zusammenhangendes Gebirge, nicht von bedeutender Höhe, eigentlich bloß der höchste Theil des südlichen Flachlandes dieses Kreises, welches sich von hier aus allmählich ost- und südwärts gegen das Iser- und das Elbethal abdacht; aber einzelne, obwohl unbedeutende, Kuppen ragen hier über das Plateau hervor, und dieses selbst ist hier von tiefen Thälern mit steilen pralligen Felswänden durchschnitten, so daß es sich zu einer eigentlichen pittoresken Gebirgsgegend gestaltet, welches in solcher Beschaffenheit sich an die zweite Abtheilung des Mittelgebirges im Leitmeritzer Kreise, rechts der Elbe, anschließt. Es begreift diese Abtheilung das Gebirge von Dauba, Hauska und Kokořin, und den ganzen übrigen südwestlichen Theil des Kreises, bis zur Iser und Elbe, welcher als Hochebene gleichfalls von tiefen Thälern durchschnitten ist, deren Gehänge an ihren Ausmündungen in das Elbthal und Iserthal an Höhe allmählich abnehmen.

Im östlichen Theile des Kreises erhebt sich

3. das Kosakower (Kozakower) Gebirge, auch das Semiler Gebirge genannt; es setzt östlich in den Bidschower Kreis fort und wird durch das Iserthal von dem Hochstädter und dem Jeschkengebirge geschieden. Südlich und südwestlich scheidet das Thal von Libun diesen Gebirgsrücken, der sich am Kosakow (Kozakow) zu einer Höhe von 387 Wiener Klaftern erhebt, von der

4. Gebirgsabtheilung des Kreises, dem Großskaler Sandstein-Gebirge, an welches sich der ganze übrige südöstliche, ebene Theil des Kreises, zwischen der Iser und der Elbe, anschließt. Es erhebt sich dieses Gebirge am westlichen Gehänge des Libuner Thales zwar nicht bedeutend, aber mit den, der Sandstein-Formation eigenthümlichen, grotesken Felswänden; diese finden sich besonders bei Groß-Skal, dann am Muskey und an den Gehängen des Iserthales. Südwestlich und südlich verflächt sich dieses Gebirge und geht in ebnes Land über, welches sich allmählich gegen das Elbthal abdacht. Diese Ebene ist zwar von Thälern durchschnitten, sie haben aber nicht die hohen steilen Gehänge wie die im südwestlichen Theile des Kreise, und im Ganzen ist das Land links der Iser niedriger, als das am rechten Ufer. Ueber die Ebene erheben sich hie und da einige langgezogene, von Westen nach Osten streichende Hügelrücken, oder vielmehr bloße Anhöhen, so der Chlomek und die Höhe von Lautschin; durch diese Anhöhe gestaltet sich das südliche Flachland des Kreises sanft wellenförmig, und durch die Thaleinschnitte, welche diese Hochebene durchziehen und wodurch sie sich von einer eigentlichen Niederung unterscheidet, nimmt sie selbst hie und da den Charakter einer Gebirgsgegend an.

Der nördlichste Theil des Kreises, jenseits des Isergebirges, ist gleichfalls eine von Hügelrücken durchzogene Niederung, deren Höhe über die Meeresfläche wahrscheinlich noch geringer ist, als die der tiefsten Punkte an der Elbe im südlichen Theile des Kreises. Dieses nördliche Flachland schließt sich an die große Ebene des nördlichen Teutschlands an.

Obwohl der Bunzlauer Kreis, in Hinsicht auf malerische Schönheit und Mannichfaltigkeit der Formen, seinem in dieser Hinsicht berühmten westlichen Nachbar bedeutend nachsteht, und ein großer Theil desselben, besonders das mit Kiefernwäldern bedeckte sandige Flachland, sehr einförmig ist: so gehören doch seine Vor- und Mittelgebirgsgegenden unter die wahrhaft schönen unseres Vaterlandes, und selbst die Einförmigkeit der Hochebene im mittlern und südlichen Theile wird durch das liebliche Iserthal und die grotesken Felsenthäler im südwestlichen Theile unterbrochen, und die Ansicht des Gebirges, welche man auf den meisten Punkten der Ebene genießt, über welche sich besonders schön der mit Ruinen gekrönte Pösig und sein Nachbar, so wie der gewaltige Jeschken, der höchste Berg im Innern von Böhmen, hervorheben, gestaltet die weitverbreitete Fläche zu einer großartig schönen Landschaft.

Zu geognostischer Hinsicht unterscheiden wir im Kreise folgende Formationen:

1. Die Granit-Formation; sie ist das herrschende Gebilde im Hohen Isergebirge, welches größtentheils aus einem grobkörnigen, porphyrartigen Granit besteht. Von anderer Bildung und Beschaffenheit findet sich der Granit als felsiger Untergrund im nördlichsten Theile des Kreises, wo er sich an einigen Hügeln zeigt, welche sich über das Flachland erheben.

2. Die Gneus-Formation; sie erscheint in einem schmalen Striche im nördlichen Theile des Hohen Isergebirges, bildet dessen höchsten Punkt, die Tafelfichte, verbreitet sich aber dann mehr am Fuße desselben, und bildet im nordwestlichen Theile die niedrigen Vorberge des Hochgebirges, wo sich dieses allmählich zum Hügellande verflächt. Hier erscheint der Gneus meist grobkörnig granitartig.

3. Die Glimmerschiefer-Formation; am nördlichen Abhange des Hohen Isergebirges erscheint der Glimmerschiefer in einem schmalen Striche, auf den Gneus folgend; hier ist er vorherrschend chloritartig. Mehr verbreitet ist er am südlichen Gebirgsabhange, und die zweite und dritte oben angeführte Abtheilung des Isergebirges ist in ihren höchsten Gegenden, zunächst der Granit-Formation, aus dieser Felsart zusammengesetzt; sie erscheint hier meist kalkartig, enthält mächtige Lager von Quarzschiefer und geht in

4. Talkartigen Thonschiefer über, welcher sich als herrschende Formation über den größten Theil der vorerwähnten zwei Abtheilungen des Isergebirges, fast bis an den Fuß derselben, verbreitet. Diese Formation enthält viele Lage von körnigem Kalkstein und von Eisenerz.

5. Die Uebergangs-Formation; sie erscheint in geringer Verbreitung an der Nordwestseite des Jeschkengebirges, wo sie mit der vorigen Formation verschmilzt und nur durch einzeln vorkommende grauwackenartige Felsarten und durch dichten grauen Kalkstein, in welchem sich jedoch keine Versteinerungen finden, charakterisiert wird.

6. Die Formation des Rothen Sandsteines erscheint in einem schmalen Striche am südlichen Abhange des Jeschkengebirges, etwas mehr verbreitet am Fuße des Hochstädter Gebirges, herrschend am Kosakower Gebirge; sie ist hier hauptsächlich aus Massen von Mandelstein zusammengesetzt; Porphyr und eigentlicher Rother Sandstein erscheint fast untergeordnet; erst an der Ostgränze des Kreises findet sich letztere Felsart mehr vorherrschend.

7. Die Quadersandstein- und Plänerkalk-Formation; sie ist die vorherrschende in diesem Kreise und bildet im ganzen mittleren und südlichen Theile den Untergrund, verbreitet sich daher hauptsächlich im Flachlande, wo der Sandstein in den erwähnten Thaldruchrissen in seinen eigenthümlichen, schroffen, zerrissenen Formen ansteht, der Plänerkalk aber meist die obern Schichten bildet und sich in großer Verbreitung unter der Dammerde und dem aufgeschwemmten Lande findet. In malerisch schönen Formen findet sich der Quadersandstein ferner am Groß-Skaler Sandsteingebirge, und zieht sich von da bis an den Abhang des Kosakow hinauf; er bildet ferner den Fuß des Jeschkengebirges und zeigt sich an demselben überall längst dem Streichen dieses Gebirgszuges, da wo er sich aus der Ebene hervorhebt, ohne jedoch hoch an seine Gehänge hinaufzureichen. Zwischen diesem Gebirge und dem nordöstlichen Ausläufer des Mittelgebirges tritt er als Verbindungsglied dieser beiden Gebirgszüge ein, und füllt die Kluft zwischen denselben aus; er hebt sich hier als, obwohl nicht beträchtlich, hohes Gebirge hervor, und hier ist einer der wenigen Punkte, wo Böhmens Urgebirgskranz unterbrochen ist und wo diese Flötzformation den Wall desselben ergänzt. Von hier verbreitet er sich weiter westlich am Fuße des Röhrsdorfer Gebirges, und steht im Zusammenhange mit der, wegen seiner malerischen Schönheiten berühmten Gebirgsparthie vom Oybin in Sachsen; ähnliche Formen ruft er, seinem plastischen Charakter getreu, auch in diesem Theile Böhmens hervor; insbesondere finden sie sich in großer Verbreitung und Mannichfaltigkeit an der Südwestgränze des Kreises, wo die Formation als Gebirgsmasse über die Ebene hervortritt, und von zahlreichen und tiefen Thaleinschnitten, den sogenannten Gründen, durchzogen ist. Am Fuße der zerstreuten Kegelberge und in der Ebene zwischen denselben zeigt er sich ebenfalls als Felsmasse, doch sind hier seine schroffen Formen seltener1. Der Quadersandstein enthält hie und da Spuren und Lager von Braunkohlen, obwohl diese wegen ihrer geringen Mächtigkeit noch nirgends bauwürdig befunden wurden.

8. Die Braunkohlen-Formation; sie findet sich in sehr geringer Verbreitung im Neissethale bei Grottau, wo sie mit der in der Gegend von Zittau weiter verbreiteten im Zusammenhange steht.

9. Die Vulkanische Trapp-Formation (Basalt und Klingstein) herrscht im Röhrsdorfer Gebirge, und bildet die zerstreuten Kegelberge, so wie eine Menge Bergkuppen im Gebirge bei Hauska und Dauba, und auch einige an der Ostseite des Kreises. In dieser bezeichneten Region ist sie mit der Quadersandstein-Formation in Verbindung, und diese durchbrechend erhebt sie sich über dieselbe meist in kegelförmigen Bergen. Eine merkwürdige Erscheinung ist hier ferner die sogenannte Teufelsmauer; es ist dieß ein mächtiger Basaltgang im Sandsteine, welcher am Fuße des Jeschken unterhalb Swietlay anfängt, und in südsüdwestlicher Richtung über 3 Stunden weit fortsetzt; er ist 2 Klafter mächtig und ragt besonders an der Westseite 2 bis 3 Klafter über die Erdoberfläche mauerartig hervor. Gleich nach seinem Anfange unterhalb Swietlay setzt der Gang durch den Horkaberg, und verliert sich nachher unter dem Sande; er erscheint an seinen Enden überhaupt mehr dammartig als mauerförmig, und ist mehrmals unterbrochen, so daß man ihn nur durch eine Reihe unbedeutender Hügel, welche seine Spur bezeichnen, verfolgen kann; eigentlich vollkommen mauerförmig und zusammenhangend erscheint er nur bei den Dörfern Kessel und Zabrt, in der Länge einer Stunde, und hier sind zur Unterhaltung der Verbindung zwischen den Ortschaften auf beiden Seiten dieser natürlichen Mauer künstliche Durchbrüche gemacht worden. In seiner Richtung weicht der Gang einige Male, wiewohl sehr unbedeutend, ab und macht sanfte Krümmungen. Weiter südwestlich, in der Entfernung von eingen Stunden von der eigentlichen Teufelsmauer, finden sich ähnliche Erscheinungen von dammartigen Erhöhungen, welche man für unterbrochende Fortsetzungen derselben hält. Auch in andern Gegenden des Kreises kommt der Basalt ebenfalls gangförmig vor. Außerhalb der Verbreitung des Quadersandsteines erscheint er auch in der Region des Rothen Sandsteines, selbst mitten im Mandelsteine, und in einigen Bergkuppen und einzelnen zerstreuten Massen und Kegeln am nördlichen Fuße des Isergebirges, bei Friedland und in dem dort verbreiteten Flachlande; selbst auf der Höhe des Isergebirges, mitten in der Granitformation, erscheint er am Keulichten Buchberge, wo er über 500 Klafter über die Meeresfläche emporsteigt.

10. Die Diluvial-Formationen; sie finden sich hauptsächlich im südlichen Theile des Kreises, im Flachlande an der Elbe, verbreitet, und Ablagerungen von Sand und Grus, in welchen sich hie und da Ueberreste vorweltlicher Landsäugethiere, als das Rhinoceros und Elephanten finden, bedecken in bedeutender Mächtigkeit die festanstehenden Felsarten der Quadersandstein-Formation. Eine merkwürdige Erscheinung ist ferner das auf der Höhe des Isergebirges verbreitete edelsteinführende Diluvial-Gebilde, von welcher in der Topographie der Herrschaft Friedland Näheres gesagt werden wird; auch goldführende Gebilde dieser Art scheinen hie und da vorhanden gewesen und in früherer Zeit bearbeitet worden zu seyn.

11. Endlich müssen wir auch der besondern Verhältnisse gedenken, unter welchen die Alluvial-Formationen, oder das aufgeschwemmte Land, hier stellenweise erscheint. Es finden sich nämlich am Fuße des Jeschkengebirges, in der Ebene und in den Flußthälern, namentlich im Iserthale, sehr verbreitete Ablagerungen von Grus und Gerölle, welche einen großen Reichthum von sogenannten Halbedelsteinen, Achat, Onyr, Chalcedon, Jaspis, und der gleichen enthalten, Mineralien, deren ursprüngliche Lagerstätte der Mandelstein der Rothen Sandstein-Formation ist, welcher hier erstaunlich reich daran erscheint, und durch dessen Zerstörung diese Gesteine in die Dammerde gerathen, von wo sie durch Regen und Thaufluthen in die Bäche und Flüsse fortgeführt und an flachen Stellen bei Ueberschwemmungen abgesetzt werden. In frühern Zeiten, als diese Art von Steinen noch häufiger verarbeit wurde, hatten sie einen größern Werth und wurden oft von herumwandernden Steinsuchern, hauptsächlich von Italiänern, aufgesucht. Die Meinung von dem Werthe dieser Mineralien hat sich noch in vielen Gegenden Böhmens beim Landvolke erhalten, und man pflegt noch hie und da zu sagen, daß der Hirte in diesen Gegenden oft mit einem Steine nach einer Kuh werfe, welcher mehr werth sei als die Kuh; in unsern Zeiten haben diese Mineralien bekanntlich ihren Werth größtentheils verloren. Torfbildungen endlich trifft man in einigen Gegenden des Isergebirges.

Gewässer. Zwei große Stromgebiete sind es, welchen die Gewässer dieses Kreises zufließen. Der größte Theil derselben vereinigt sich theils im Kreise selbst, theils in den benachbarten, mit Böhmens Hauptstrome, der Elbe; ein kleinerer Theil des Kreises gehört zum Stromgebiete der Oder. Die Flüsse des Kreises sind:

1. Die Elbe; sie fließt an der Südseite des Kreises, zwischen diesem und dem Bidschower und Kauřimer Kreise, bald in diesen, bald in jenen übertretend und auf lange Strecken auch die Gränzen bezeichnend. Kurz vor Nimburg tritt sie aus dem Bidschower Kreise in den Bunzlauer; eine Stunde unterhalb Nimburg verläßt sie diesen und bildet die Gränze zwischen den beiden Kreisen bis zur Ruine Medliwar, von da bis unterhalb Bischitzek fließt sie zwischen dem Kauřimer und Bunzlauer Kreise, wo sie in den ersten eintritt. Bis hieher fließt sie in mancherlei Krümmungen in westlicher Richtung; von da wendet sie sich nordwestlich, berührt bei Tuhan abermals den Bunzlauer Kreis, und tritt eine Stunde von Melnik in denselben, verläßt ihn aber unterhalb dieser Stadt bei Weißkirchen gänzlich. Auf dieser letzten kurzen Strecke nimmt sie Melnik gegenüber

2. die Moldau auf; dieser zweite Hauptfluß Böhmens gehört jedoch bloß mit seinen Mündungen diesem Kreise an. Er kommt in östlicher Richtung durch die Niederungen des Rakonitzer Kreises, und tritt in den links der Elbe gelegenen Theil des Bunzlauer Kreises, wendet sich nordöstlich und vereinigt sich in mehre Arme getheilt mit der Elbe.

3. Die Iser; sie ist eigentlich der Hauptfluß des Kreises und entspringt innerhalb der Gränzen desselben im Hohen Isergebirge auf der Herrschaft Friedland (siehe die Topographie derselben), tritt bei Pollaun (Herrschaft Semil) zwischen den Bidschower und Bunzlauer Kreis, und bildet von da bis vor Semil die Gränze zwischen diesen Kreisen; sie fließt in südlicher Richtung bis Sittow; hier wendet sie sich südwestlich und bei Semil nordwestlich bis Eisenbrod, von wo sie bis Klein-Skal westlich und von da südwestliche fließt bis Münchengrätz, von wo sie sich mehr südlich wendet. Unterhalb Benatek tritt sie in den Kauřimer Kreis ein und fällt in diesem, Tauschim gegenüber, in die Elbe. Das Thal der Iser ist im Hochgebirge tief und enge, und heißt an seinem obern Ende der Isergrund; es erweitert sich allmählich, so wie der Fluß ins Mittelgebirge tritt, doch ist es auch da nach hie und da felsig und enge. Durch den mittlern und südlichen Theil des Kreises fließt die Iser in einem, in das Plateau der Flötzformation eingeschnittenen Thale, in welchem die steilen oft felsigen Gehänge mehr zurückweichen und sich gegen das südliche Ende allmählich erniedrigen und im Flachlande verlieren. Die Gewässer, welche die Iser aufnimmt, sind, mit Uebergehung der minder wichtigen:

4. Die Kamenitz (Kamenice); sie entspringt im Hochgebirge auf der Herrschaft Friedland, fließt durch das Gebiet der Herrschaften Reichenberg und Morchenstern, nimmt die Desse auf, welche aus dem Zusammenflusse der Weißen und Schwarzen Desse, gleichfalls vom Isergebirge herabkommend, entsteht, und fließt bei Spalow auf der Herrschaft Semil in die Iser. Ihr Thal, wie das der Nebenflüsse, ist tief und enge und meistens felsig.

5. Der Mohelka-Bach; er entspringt am Rücken des Jeschkengebirges bei Kukan, vereinigt fast alle an der Südseite dieses Gebirgszuges entspringenden Gewässer und führt sie bei Mohelnitz in die Iser. Von minderer Bedeutung sind die übrigen an der rechten Seite sich in die Iser ergießenden Bäche; sie fließen in den tiefen Thaleinschnitten des Quadersandstein-Plateaus, und mehre derselben versiegen in trocknen Sommern fast ganz. Unter den von der Ostseite kommenden Bächen sind die bedeutendsten

6. Der Popelka-Bach, im obern Theile seines Laufes auch Libunka genannt, welcher im Bidschower Kreise nordwestlich von Gitschin, auf dem Gebiete der Herrschaft Welisch-Wokschitz, entspringt, nordwestlich fließt, und mit den ihm zuströmenden Flüßchen das schöne Thal zwischen dem Kosakower Gebirge und den Groß-Skaler Felsenwänden bewässert; er ergießt sich unterhalb Thurnau in die Iser.

7. Der Klenice-Bach entspringt bei Sobotka, fließt meist durch flaches Land und ergießt sich bei Jung-Bunzlau in die Iser. In die Elbe fließen noch

8. Der Mrdlina-Bach; er entspringt bei Marquartitz, vereinigt alle kleinen Gewässer, welche an der Oststeie des Kreises in der Hochebene entspringen, fließt südwärts, bald im Gebiete des Bunzlauer, bald des Bidschower Kreises, und fällt bei Nimburg in die Elbe.

9. Der Hronietitzer Bach, welcher die in der Hochebene zwischen dem Chlomek und dem Lautschiner Höhenzuge entspringenden Gewässer vereinigt und sie in mehren Armen, unfern Groß-Kostomlat, Wustra und Littol, der Elbe zuführt.

10. Der Forellenbach; er entspringt im Gebirge bei Hauska, fließt längs der Westseite des Kreises durch ein tiefes romantisches Felsenthal und fällt bei Melnik in die Elbe.

11. Die Pulsnitz; sie entspringt an der Südwestseite des Jeschkengebirges, vereinigt fast alle Gewässer der nordwestlichen Gegend dieses Gebirges und des Röhrsdorfer Gebirges, so wie die, welche in dem zwischen beiden befindlichen Sandsteingebirge entspringen, nimmt erst bei Niemes den Namen Pulsnitz (auch Polzen) an, und fällt im Leitmeritzer Kreise bei Tetschen in die Elbe.

Zum Stromgebiete der Oder gehörend sind vorzüglich zu bemerken:

12. Die Neisse, auch zum Unterschiede des gleichnamigen Flusses in Schlesien die Görlitzer Neisse genannt; sie entspringt am Schwarzbrunnenberge, fließt nordwestlich durch das nach ihr benannte Thal zwischen dem Jeschken- und dem Isergebirge, nimmt alle vom nordöstlichen Abhange des ersten, so wie die meisten aus dem westlichen Theile des letztgenannten Gebirges kommenden Bäche auf, und fließt unterhalb Grottau über die Landesgränze auf Zittau zu.

13. Die Wittich; sie versammelt alle Gewässer, welche im Hohen Isergebirge entspringen und durch die Thalschluchten des steilen nördlichen Abhanges desselben hinabstürzen, so wie die meisten übrigen, welche das nördliche Flachland bewässern, tritt bei Wiese, wahrscheinlich dem tiefsten Punkte des Kreises, über die Gränze und fließt dann bei Radmeritz in die Neisse. Die Wasserscheide der beiden Stromgebiete, der Elbe und der Oder, geht, im nordwestlichen Theile des Kreises anfangend, über den Nesselsberg, von da längs der Landesgränze über den Mittagsberg, den Heydeberg bei Schanzendorf und über den Hochwald auf den Lückendorfer Berg und das Rabenschloß in Sachsen, wendet sich von da südwärts auf den Hufeisenberg an der Gränze und weiter auf den Schwarzen Berg, und bezeichnet weiterhin den Rücken des Jeschkengebirges, über den Weitenberg, Trögelberg, Fuchsberg und die Berge zwischen Schönbach und Christophsgrund auf die Spitze des Jeschken zulaufend, und weiter über den Raschen und Jaberlich; hier wendet sie sich nördlich auf Kohlstadt zu, und von da östlich auf den Schwarzbrunnenberg, von welchem sie, Neudorf und Wiesenthal östlich, und Morchenstern westlich lassend, über den Bramberg und weiter über die Berge zwischen Grafendorf und Karlsberg nördlich fortläuft; dann wendet sie sich nordwestlich über die Berge bei Friedrichswald, und von da nordwärts über Neuwiese auf die Vogelberge, von wo sie wieder südöstlich auf den Sieghübelberg und von diesem endlich nördlich über den Hauerberg, den Keulichenstein und die Tafelfichte zuläuft.

Unter den stehenden Gewässern ist der Hirschberger Teich, einer der größten in Böhmen, das merkwürdigste. Die Area sämmlicher Teiche des Kreises beträgt 6.344 Joch 173 Quadrat-Klafter; es sind jedoch seit der Vermessung eine bedeutende Anzahl kassirt und in Aecker und Wiesen umgeschaffen worden. Reich an Quellen und sehr gut bewässert ist der gebirgige Theil des Kreises; hingegen herrscht Mangel an Wasser im südlichen ebenen Theile des Kreises, wo die wenigen Bäche oft austrocknen und mehre Ortschaften oft nur einen gemeinschaftlichen Brunnen haben, daher das Wasser oft aus großer Entfernung herbeigeholt werden muß. Als Mineralquellen sind die von Liebwerda, auf der Herrschaft Friedland, berühmt.

Klima. Bei dem großen Unterschiede der Erhöhung über die Meeresfläche zwischen den Gebirgsgegenden und dem Flachlande, welcher im Mittel gegen 300 Klafter betragen mag, ist das Klima natürlich sehr verschieden, scheint aber für das Flachland, welchem der größte Theil des Kreises angehört, ziemlich gleichförmig. Es fehlt für genauere Angaben der klimatischen Verhältnisse an ausreichenden mehrjährigen meteorologischen Beobachtungen. Bloß in Jung-Bunzlau sind von den Jahren 1817 bis 1819 dergleichen gesammelt worden; diesen zufolge ist die mittlerer Jahreswärme 7,5 Grad Reaumur. Die Seehöhe und die Breite ist mit der von Schüttenitz im Leitmeritzer Kreise (Siehe die Uebersicht zu diesem Kreise) ziemlich gleich; doch dürften durch mehre Jahre fortgesetzte Beobachtungen wahrscheinlich eine etwas geringere mittlere Jahreswärme ausweisen, wie schon die Vergleichungen der Jahre 1818 und 1819 darthut, in welchen die Jahrestemperatur in Schüttenitz um 0,5° höher ausfiel. Im südlichsten Theile des Kreises, im Flachlande an der Elbe, vorzüglich im südwestlichen, in der Gegen von Melnik, zeigt schon die Art der Vegetation und das Gedeihen des Weinstockes ein milderes Klima an. Die Gebirgsgegenden haben ein rauheres, aber auch nach ihrer besonderen Lage und abwechselnden Höhe verschiedenes Klima; im Neissethale, welches durch das Isergebirge vor den rauhen Nordwinden ziemlich geschützt ist und welches nicht so beträchtlich hoch über dem Flachlande liegt, ist die Erndte in der Regel 14 Tage später, so beträchtlich ist die Einwirkung der nahen hohen Gebirge. Die höchste Temperatur, welche hier im Verlaufe von mehren Jahren beobachtet wurde, war +26°, die niedrigste –25°; plötzliche Temperaturwechsel, besonders im Frühjahre, zuweilen von +8° auf –18° sind hier sehr häufig und verzögern das Fortschreiten der Vegetation. Die Ursache davon ist ohne Zweifel die Nähe der in dieser Jahreszeit noch mit Schnee bedeckten Gebirge. Auf den Gebirgsrücken selbst ist das Klima noch weit rauher; man sieht diese oft noch mit Schnee bedeckt, wenn im Frühjahre im Flachlande die Fröste bereits aufgehört, die Saaten aller Art längst bestellt, die Vegetation im vollen Gange und die Obstbäume schon in der Blüthe sind. Am rauhesten ist das Klima im Hohen Isergebirge, und die wenigen in dem mit Walde bedeckten Theile zerstreuten Wohnungen entbehren deshalb auch des Feldbaues fast gänzlich. In dem sehr stark bevölkerten Theile des hohen Gebirges, auf den Herrschaften Semil, Klein-Skal und Morchenstern, fällt der Schnee meist mehr als klafterhoch und stellenweise noch viel höher. Der Winter dauert in der Regel volle 6 Monate, und die wenigen Getreidefrüchte werden häufig bei dem schon wieder beginnenden Winter, Ende Oktobers, eingebracht. In den Wäldern des Hochgebirges hält sich der Schnee stellenweise bis gegen das Ende des eigentlichen Frühlings.

Naturprodukte. Das Mineralreich dieses Kreises ist in Beziehung auf seine Benützung von geringer Bedeutung, und der Bunzlauer Kreis steht hinsichtlich seiner Mineralprodukte gegen die meisten Kreise von Böhmen zurück. Durch eigentlichen Bergbau werden bloß geringe Quantitäten von Eisenerzen und Braunkohlen zu Tage gefördert. Torf, der in ziemlicher Menge vorhanden scheint, ist zur Zeit noch kein Bedürfniß, doch hat man angefangen, ihn zu benützen. Wichtiger sind die im Schiefergebirge verbreiteten Lager von Kalkstein, durch welche der Kreis nicht nur seinen Bedarf vollkommen deckt, sondern auch noch die angränzenden Gegenden des Leitmeritzer Kreises damit versieht. Thonschiefer wird an mehren Orten gebrochen und zu Dachschiefertafeln gespalten, welche im Kreise selbst verwendet und auch in andere Gegenden verführt werden. Von Wichtigkeit sind ferner die in bedeutender Menge vorkommenden sogenannten Halbedelsteine, als Achat, Carneol, Jaspis und dergleichen, welche meist zu Ring- und Petschaftsteinen und zu Poliersteinen geschliffen werden; aber auch wirkliche Edelsteine liefert der Kreis, nämlich den Saphir und den Chrysolith, ersteren zwar nicht in solcher Menge, daß er als Handelswaare benützt werden kann, wohl aber den letztern, welcher an Farbe und Reinheit dem orientalischen nahe kommt.

Hinsichtlich der Produkte des Pflanzenreiches gehört der Bunzlauer Kreis unter die fruchtbaren Bezirke von Böhmen. Er erzeugt nicht nur an allen Produkten der Landwirthschaft seinen Bedarf, sondern hat auch an manchen derselben noch Ueberfluß. Der südliche und mittlere Theil des Kreises ist eigentliches Getraideland, und der Landbau ist hier die Hauptbeschäftigung der Einwohner und die vorzüglichste Nahrungsquelle. Mit seinem Ueberflusse hilft er der übervölkerten Gebirgsgegend, welche ihren Bedarf nicht erzeugen kann, aus. Korn ist die Hauptfrucht, neben welcher aber auch noch die andern Getraidearten, vornämlich Gerste und Waizen, erbaut werden. Das Gebirge, so weit es den Getraidebau seiner Lage und Höhe nach noch betreibt, erzeugt vorzüglich Haber; nebstdem ist Flachs eines der Hauptprodukte desselben2. Hülsenfrüchte, Raps, Mohn, Erdäpfel (im Gebirge die Hauptfrucht und die gewöhnliche Nahrung der arbeitenden Klasse), Kohlkraut, Rüben mancherlei Art, sind nebst den erwähnten Getraidearten die gewöhnlichen Produkte des Landbaues. In der neuesten Zeit hat auf den Herrschaften Dobrawitz und Lautschin auch der Bau der Runkelrüben und die Verwendung derselben zur Zuckererzeugung im ausgedehnten Verhältnisse begonnen. Hopfen wird hauptsächlich im südwestlichen Theile des Kreises in bedeutender Menge erbaut, so daß er als Handelsartikel von da in andere Gegenden und ins Ausland verführt wird, so wie in dem daran gränzenden Theile des Leitmeritzer Kreises, mit welchem diese Gegend die Lage und Produkte gemein hat. Außerdem ist der Hopfenbau auch in andern Gegenden des Kreises verbreitet, und viele Dominien erzeugen ihren eigenen Bedarf an demselben. Der Gartenbau und die Obstbaumzucht sind in diesem Kreise von geringerer Bedeutung als im Leitmeritzer; doch hat der Obstbau auch in den südlichen und südwestlichen Gegenden, die ihrer Lage nach sich mehr dazu eignen, eine größere Ausdehnung erhalten. Die Area der ackerbaren Felder des Kreises beträgt 262.717 Joch 700 Quadrat Klafter, die der Trischfelder 43.813 Joch 136⅔ Quadrat Klafter, Wiesen sind 47.911 Joch 1.315 Quadrat Klafter, und Gärten 7.709 Joch 1.107⅔ Qudarat Klafter, Hutweiden und Gestrippe 30.775 Joch 1.311 Quadrat Klafter. Berühmt ist der Kreis wegen seines Weinbaues, welcher in den Gegenden bei Lissa, Benatek, hauptsächlich aber bei Melnik, verbreitet ist. Der hier erzeugte Wein ist durchgängig von rother Farbe; die Reben stammen aus Burgund und der Melniker Wein gehört unter die im Innlande und auch im Auslande mit Recht geschätzten Weinsorten. Die Area sämmtlicher Weinberge im Kreise beträgt 940 Joch 749 Quadrat Klafter.

Die Waldungen des Kreises nehmen beiläufig den dritten Theil der nutzbaren Bodenfläche ein; sie betragen 212.633 Joch 499⅓ Quadrat Klafter. Im Zusammenhange verbreitet, bedecken sie das Hohe Isergebirge und zum Theile die davon auslaufenden Gebirgszweige, so wie das nordwestliche Gränzgebirge bei Röhrsdorf, wo sie wieder mit denen des Leitmeritzer Kreises zusammenhangen. Auch die Abhänge der zerstreuten Kegelberge sind mit Wald bedeckt, von welchen er sich auch über einen Theil der Ebenen zwischen denselben verbreitet. Im südöstlichen Flachlande finden sich gleichfalls ausgedehnte gutbestandene Waldungen, und obwohl in einigen Gegenden Holzmangel herrscht, so deckt der Kreis doch sein Bedürfniß, und im Gebirge bleibt ein bedeutendes Quantum für Betreibung von holzverzehrenden Industrialwerken übrig; auch wird aus einigen Gegenden noch in den Leitmeritzer Kreis und nach Sachsen Holz abgelassen. Im Hochgebirge ist die Fichte die vorherrschende Holzart, im Mittelgebirge finden sich auch die übrigen Nadelholzarten, und unter den Laubhölzern vornehmlich die Buchen und Birken verbreitet. Die Kiefer bedeckt fast ausschließlich die sandigen Ebenen im westlichen und nordwestlichen Theile; im südöstlichen bildet die Kiefer und Eiche den Hauptbestand der Waldungen. Nebst der Benützung zur Feuerung und zum Bauen wird das Holz in den Gebirgsgegenden zu mancherlei Geräthen, als Schaufeln, Schachteln, Spinnwerkzeugen und dergleichen verarbeitet, mit welchen im Lande ein beträchtlicher Handel getrieben wird. Die Benützung des Holzes zur bloßen Erzeugung der Potasche und der sogenannten Zunderasche, welche in den waldreichen Gebirgsgegenden vordem Statt fand, hat seit der bessern Verwerthung desselben in Folge der Zunahme der Bevölkerung und der Industrie aufgehört, und Potasche wird nur noch als Nebenprodukt aus der gesammelten Holzasche der Herd- und Ofenfeuer erzeugt. Andere Nebenprodukte der Kieferwaldungen im mittlern und westlichen Theile des Kreises sind Kienruß, Pech und Theer.

Daß die Vegetation überhaupt bei solchem Wechsel von geognostischen und klimatischen Verhältnissen eine bedeutende Mannichfaltigkeit darbieten müsse, läßt sich wohl vermuthen. Mit Uebergehung derjenigen Pflanzen, welche unter ähnlichen Verhältnissen und bei ähnlicher Lage in unserm Vaterlande unter die fast allgemein verbreiteten gehören, führen wir aus der gesammten Flora des Kreises nur diejenigen auf, welche ihm fast ausschließlich eigen und zugelich für die klimatischen und geognostischen Verhältnisse bezeichnend sind3. Auf dem Isergebirge und seinen Vorbergen finden sich: Linnaea borealis Gronov.; Juniperus nana, Salix iserana, Presl.; Pinas pumilio, Haenke; Valeriana exaltata, Mikan; Valeriana sambucifolia, Mikan; Galium hercinium, Weigel; Pneumonanthe asclepiadea, Presl; Meum athamantinum, Jacqu.; Scheuchzeria palustria, L.; Epilopium nutans, Schmidt; Vaccinium uliginosum, L.; Empetrum nigrum, L.; Lycopodium inundatum, L.; Orchis longebracteata, Schmidt; Drosera longifolia, L.; Abama ossifraga, Lam.; Allium victoriale, L.; Streptopus amplexicautis, Pohl; Veratrum Lobelianum, Bernh.; Andromeda polyfolia, L.; Saxifraga muscoiedes, Sternb.; Stellera pasterina, L.; Orchis strictifolia, Opitz; Lilium bulbiflorum, L.; Poa sudetica, Haenke; Ranunculus aconitifolius, L.; Phleum alpinum, L.; Swertia perennis, L.; Juncus trifidus, L.; Aconitum amoenum et Braunii, Reichenb.; Bortychium matricarioides, W.; Splachnum gracile Grimmia rivularis, Bridel; Grimmia striata, Schrad.; Trichostomum aviculare aquaticum, Bridel; Hyprum umbratum, Hoffm. Am Jeschken und seinen Abhängen: Cardamina silvatica; Link; Alnus incana, W. Im Neissethale bei Kratzau: Arum maculatum, L. Auf den Vorbergen: Polygala montana, Opitz. An den Kegelbergen bei Wartenberg: Myosotis lithospermifolia, Horncm,; Verbascum montanum, Schrad. Bei Melnik: Cytisus caeseens, Maly. Bei Kokoržin: Cypripedium calceolus, L. Im Sandlande: Silene tenerrima, Presl; Hesperis inodora, L. An den Basaltfelsen der Teufelsmauer: Lecidea olivacea, Opitz; endlich in der reichbewässerten Gegend von Hirschberg: Lodum palustre, L.; Cineraria sibirica, L.; Littoralis lacustris, L. Calla palustris, L.; Rhinchospora alba et Rh. fusca, Pohl; Oxycoccus palustris, Pers.; Dianthus sylvaticus, Hoppe; Orchis palustris, Jacq.; Euphorbia palustris, L.

Der landwirthschaftliche Viehstand betrug nach der von der k.k. Oekonomisch-Patriotischen Gesellschaft mitgetheilten Tabelle, am 30. April 1833, zufolge der von der hohen Landesstelle veranlaßten Zählung:

bei den Obrigkeiten.bei den Unterthanen.Zusammen.
Pferde719 (702 Alte, 17 Fohlen)12.655 (11.460 Alte, 1.195 Fohlen)13.374
Rindvieh9.113 (229 Zuchtstiere, 275 junge Stiere, 4.821 Kühe, 2.307 Kalbinnen, 41 Mastochsen, 1.086 Zugochsen, 354 junge Ochsen)97.750 (506 Zuchtstiere, 510 junge Stiere, 64.014 Kühe, 18.228 Kalbinnen, 329 Mastochsen, 11.081 Zugochsen, 3.082 junge Ochsen)106.863
Schafe106.861 (82.789 Alte, 24.072 Lämmer.)55.155 (41.997 Alte, 13.158 Lämmer)162.016

Im Jahre 1788 betrug die Anzahl der Pferde 13.934, der Ochsen 13.920, der Kühe 66.990 und die der Schafe 94.785. Nach der verschiedenen Lage und den verschiedenen Gegenden des Kreises ergeben sich hierzu folgende Bemerkungen. Die Pferdezucht findet fast ausschließlich im flachen Lande, und am meisten in den südlichen und südöstlichen Gegenden des Kreises Statt. Von der oben angegebenen Anzahl der Fohlen entfällt nur eine unbedeutende Zahl auf die Gebirgs-Gegenden und das nördliche Flachland. So ist auch die Anzahl der Ochsen überwiegend in den Gebirgsgegenden gegen die der Pferde, welche in einigen Gegenden des Flachlandes gegen jene vorherrschen, in den meisten sich aber fast gleichstellen; bloß die Herrschaft Reichenberg macht hievon eine Ausnahme, wo eine bedeutende Menge Pferde für andere als landwirthschaftliche Zwecke gehalten werden. Im nördlichen Flachlande übertrifft dagegen wieder die Anzahl der Ochsen die der Pferde um ein Bedeutendes, und überhaupt ist in diesen Gegenden so wie im Gebirge, das Verhältniß des Rindviehes zur Area bedeutend größer, als im südlichen Flachlande. Der Schlag des Rindviehes ist dort auch bedeutend größer und kräftiger als hier, mit Ausnahme jedoch des Viehstandes auf den herrschaftlichen Maiereinen. Aus den Gebirgsgegenden werden eine bedeutende Anzahl Kälber im Winter nach der Hauptstadt geliefert, sonst wird aber Schlachtvieh noch eingeführt, da der Kreis, besonders bei der starken Consumtion in den Industrialgegenden, seinen Bedarf nicht erzeugt. Die Schafzucht findet sich im mittlern und südlichen Theile verbreitet; sie fehlt gänzlich im höhern Gebirge, und ist unbedeutend in den Mittelgebirgsgegenden, wo sie fast nur auf den herrschaftlichen Maiereien betrieben wird. Im Gebirge vertritt die Ziege häufig die Stelle der Kuh, besonders bei den ärmern Häuslern; im Jahre 1788 war die Anzahl der Ziegen 9.288, sie dürfte jetzt eher zu- als abgenommen haben. Die Schweinzucht ist nicht unbedeutend, im vorgedachten Jahre betrug die Anzahl derselben 14.701; in den südlichen Gegenden findet sie sich auch beim gemeinem Landmanne verbreitet. Federviehzucht, besonders die der Gänse, wird häufig betrieben; von minderer Bedeutung, als si seyn könnte, ist die Bienenzucht. Ein Stand von freiem Wild (Hirsche und Rehe) findet sich noch in den Wäldern des Hochgebirges, außerdem ist dieß Wild, so wie die Damhirsche, auf die Thiergärten beschränkt, von welchen sich einige von Bedeutung finden. Im Falchlande ist der Hase der Hauptgegenstand der Jagd. Von Federwild finden sich das Auerhuhn und Birkhuhn in den Gebirgswaldungen, seltener erscheint das Haselhuhn, das Rebhuhn sehr häufig im Flachlande, und Fasanerien finden sich vorzüglich im südöstlichen Theile des Kreises. Die Vorgelstellerei wird im Gebirge, besonders stark in einigen Ortschaften der Industrialgegend, betrieben. Unter den schädlichen Thieren erscheint der Fuchs häufig, seltner der Dachs; Wölfe, welche in früherer Zeit, so wie Bären, im Hochgebirge hausten, sind schon längst gänzlich ausgerottet. Die Gewässer des Hochgebirges sind reich an Forellen; in den größern Bächen und in den Flüssen finden sich auch Aale und Aalruppen, in den Teichen hauptsächlich Karpfen und Hechte.

Einwohner. Die Volksmenge betrug nach dem Konskriptionssummarium vom Jahre 1831: 399.585; nach Abschlag jedoch von 14.583 theils in andern Gegenden Böhmen, theils im Auslande Abwesenden, und Zurechnung von 7.300 anwesenden Fremden, im Ganzen 392.302, nämlich 182.127 männliche und 210.175 weibliche Individuen. Unter dieser Gesammtzahl sind 297 Geistliche, 72 Adelige, 569 Beamte und Honoratioren, 5.426 Gewerbsinhaber, Künstler und Studirende, und 11.876 Bauern.

Der Kreis zählt ferner 2 königliche Städte, 1 königliche Leibgedingstadt, 12 Schutzstädte und 30 Städtchen und Märkte, 6 Vorstädte und 1.032 Dörfer, und zusammen 59.660 Häuser. Die Fläche des Kreises im Ganzen genommen, ergeben sich auf eine Quadrat Meile 5.078 Bewohner; zieht man jedoch den unfruchtbaren, nicht benutzbaren Theil ab, so kommen auf die Quadrat Meile urbaren Bodens 6.562 Einwohner. Die Bevölkerung des Kreises ist jedoch keineswegs gleichförmig vertheilt, und das Verhältnis derselben zur Area ist im Gebirge auffallend größer als im flachen Lande, ja in einigen Gegenden ein mehrfaches gegen das Letztere. Im Durchschnitte ist die Bevölkerung im Flachlande, welches ⅗ von der Area des Kreises einnimmt, die Hälfte von der in den übrigen ⅖ des Gebirgslandes, wozu wir hier die Herrschaften Groß-Skal, Münchengrätz, Swigan, Semil, Klein-Skal, Jesseney, Nawarow, Alt-Aicha, Böhmisch-Aicha, Rohosetz, Morchenstern, Reichenberg, Friedland, Grafenstein, Lämberg, Gabel, Reichstadt und Wartenberg zählen. Es beträgt nämlich die Volksmenge dieser genannten Dominien 260.959, und die des flachen Landes 131,343. Am dichtesten ist die Bevölkerung auf den Herrschaften Reichenberg, Morchenstern und im nördlichen Theile der Herrschaften Semil und Klein-Skal. Seit dem Jahre 1788 ergiebt sich eine Vergrößerung der Volkszahl von 114.392, und der Häuserzahl von 5.614. Es ist merkwürdig und für die Beschäftigungs- und Lebensweise der Einwohner nicht ohne Interesse, daß auch die Zunahme der Bevölkerung seit dem Jahre 1788 in den Gebirgsgegenden in einem weit stärkern Verhältnisse statt gefunden hat, als im Flachlande; es findet sich nämlich der Zuwachs in der oben bezeichneten Gebirgsgegend im Durchschnitte von 89 auf 100, während sich im übrigen Theile des Kreises bloß eine Vermehrung von 31 auf 100 zeigt. Nach dem zehnjährigen Durchschnitte von 1821 bis 1830 kommen auf ein Jahr 15.458 Geburten, ohne die Todtgebornen, und 10.909 Sterbefälle: daraus ergiebt sich der jährliche Bevölkerungszuwachs mit 4.549 Seelen. Die Anzahl der Todtgebornen ist jährlich 230.

In kirchlicher Hinsicht gehört der Kreis zur Diözes des Leitmeritzer Bisthums. Er ist in 9 Vikariate eingetheilt, nämlich Friedland, Hirschberg, Gabel, Reichenberg, Semil, Turnau, Melnik, Jung-Bunzlau und Nimburg. Die Seelsorge ist in 141 Kirchsprengel vertheilt, welchen 13 Dechante, 91 Pfarrer, 33 Lokalisten und 4 Expositen vorstehen. Klöster von Ordensgeistlichen sind 6, nämlich ein Piaristen-Collegium mit einem Rektor und 11 Priestern in Jung-Bunzlau; ein Augustiner-Kloster in Weißwasser, mit einem Prior und 2 Priestern; ein Franziskaner-Kloster in Haindorf, mit einem Guardian, 3 Priestern und 2 Laien; ein Franziskaner-Kloster in Turnau, mit 1 Guardian, 2 Priestern und 2 Laien; ein Kapuziner-Kloster in Melnik, mit einem Subprior, 2 Priestern und 2 Laien und eines dergleichen in Reichstadt mit einem Guardian, 2 Priestern und 3 Laien. Die Akatholiken haben im südlichen Theile des Kreises 6 Bethäuser, und sind in 5 Pastorate der helvetischen Confession, und 1 der lutherischen Confession vertheilt; die im nördlichen Theile in den Gränzorten wohnenden sind zur Seelsorge der protestantischen Kirchen in Seidenberg und Waigsdorf in Sachsen zugewiesen. Die Juden haben eine Synagoge und einen Kreisrabbiner. Schulen sind 304, worunter 2 Hauptschulen, 3 Fabriksschulen und 2 Mädchen- und Industrialschulen, dann eine Israelitenschule; die Anzahl der Schulkinder ist 52.223. Von höhern Schulanstalten ist hier ein Gymnasium und eine Realschule wird so eben errichtet.

Die oberste polititsche Behörde des Kreises ist das k.k. Kreisamt in Jung-Bunzlau, welchem in politischer Hinsicht die sämmtlichen Magistrate der königlichen und der Municipal-Städte, und die Aemter der Dominien untergeordnet sind. Die Anzahl der Dominien (Herrschaften und Güter), von welchen zuweilen mehre unter Einer Verwahlung vereinigt sind, ist 75. Für die Justizverwaltung in erster Instanz bestehen 17 Magistrate zweiter Klasse, und 58 Ortsgerichte, welche in Judicialibus dem k.k. Apellations-Gerichte zu Prag unterstehen. Das Richteramt verwalten in den Städten 3 geprüfte Bürgermeister und 22 geprüfte Räthe, in den Ortsgerichten 27 Justiziäre; von Letztern versehen einige mehre Dominien. Die Criminal-Gerichtsbarkeit wird vom Criminal-Gerichte in Jung-Bunzlau verwaltet.

In militärischer Hinsicht bildet der Kreis den Werbbezirk eines Infanterieregimentes (gegenwärtig Nr. 36, Palombini), zu welchem aber noch ein Theil des Leitmeritzer Kreises gehört; von diesem Regiments-Commando wird auch die Conscriptions-Revision besorgt, und der Kreis ist für diesen Zweck in folgende 9 Sektionen eingetheilt:

1. Sektion; die Dominien Benatek, Bezno, Koschatek, Lieblitz, Lissa, Melnik, Nebužel, Nimĕřitz, Řepin, Sowinka, Stranow, Čegtitz, Ober-Widim und Wrutitz, sammt den Städten Benatek, Melnik, Nimburg und Wegstadtel.

2. Sektion: die Dominien Brodetz, Březno, Diettenitz, Dobrawitz, Domausnitz, Kost, Křinetz, Lautschin, Mladiegow, Roždialowitz und die Stadt Jung-Bunzlau, sammt dem dazu gehörigen Gute.

3. Sektion: die Herrschaften Groß-Skal, Münchengrätz und Swigan, mit den incorporirten Gütern.

4. Sektion; die Herrschaften Klein-Skal und Semil, mit den Gütern Nawarow und Jesseney.

5. Sektion; das Gut Alt-Aicha, die Stadt und Herrschaft Böhmisch-Aicha, die Herrschaft Groß-Rohosetz, und die Stadt Turnau.

6. Sektion; die Herrschaft Morchenstern und die Stadt und Herrschaft Reichenberg.

7. Sektion; die Stadt und Herrschaft Friedland, sammt der Stadt Neustadtel, und die Herrschaft Grafenstein mit der Stadt Kratzau.

8. Sektion; die Stadt und Herrschaft Gabel und die Herrschaften Lämberg, Reichstadt und Wartenberg.

9. Sektion; die Dominien Groß-Wschelis, Hauska, Hirschberg, Klein-Wschelis, Kosmanos, Krnsko, Mscheno-Lobes, Neu-Perstein, Niemes, Skalsko, Stranka, Weißwasser und Wiska, sammt der Stadt Weißwasser.

Das Sanitätswesen wird von einem k.k. Kreisphysikus und einem k.k. Kreischirurgen, 7 graduirten Aertzen, Doktoren der Medizin, 3 Doktoren der Chirurgie und 68 Chirurgen, dann 341 geprüften Hebammen besorgt; Apotheken sind 18.

Erwerbsquellen der Einwohner. Nach der verschiedenen Lage und der Dichtheit der Bevölkerung der verschiedenen Gegenden dieses Kreises, fließen die Nahrungs- und Erwerbsquellen der Einwohner entweder aus dem Landbaue, oder aus der Industrie. In dem größten Theile des Kreises, nämlich im ganzen mittlern und südlichen Theile, ist Landbau fast die ausschließliche Nahrungsquelle, und nur zerstreut finden sich einige große Industrie-Anstalten. In den Vor- und Mittelgebirgs-Gegenden ist nebst dem Landbaue auch Betreibung von Gewerbern die Beschäftigung; im Hochgebirge hingegen findet sich Industrie von mannichfaltiger Art als Hauptbeschäftigung, und der kärgliche Landbau liefert für die überaus dichte Bevölkerung einen sehr geringen Beitrag zu den nothwendigen Bedürfnissen. Die beiden letzten Regionen sind daher auch der Sitz eigentlicher Commerzial-Gewerbe, während im Flachlande sich bloß Gewerbtreibende für die Befriedigung der unentbehrlichsten Bedürfnisse, oder sogenannte Polizeigewerbe, und selbst in den meisten Städten dieser Gegenden nur wenig Commerzial-Gewerber vorfinden, wie aus dem Gewerbsstande, welcher bei der Topographie der Dominien und Ortschaften angeführt wird, ersichtlich ist. Die Anzahl aller Gewerbtreibenden, mit Inbegriff des Hilfspersonale, beträgt im ganzen Kreise 29.966 Personen. Die Mannichfaltigkeit und Wichtigkeit der eigentlichen Commerzial-Gewerbe wird aus der folgenden Uebersicht, welche aus den einzelnen ämtlichen mitgetheilten Gewerbstabellen der Dominien und Städte vom Jahre 1832 zusammengetragen ist, ersichtlich seyn. Es finden sich von größern Industrial-Anstalten: 25 Baumwollenspinnereien mit 1.138 Arbeitern, 10 Baumwollenwebereien mit 1.028 Webstühlen, 47 Garn- und Leinwandbleichen, 1 Eisenwerk mit 36 Arbeitern, 6 Glashütten; die Glasfabrikation und Bearbeitung, mit Inbegriff der Glasschmelz- oder Compositions-Bearbeitung, beschäftigt 2.742 Personen. Kattunfabriken sind 16 mit 2.404 Arbeitern; eine Maschinenfabrik beschäftigt 150 Personen; Papiermühlen sind 8 mit 60 Arbeitern; Papiermaché-Fabrikanten sind 6 mit 73 Gehilfen. Ferner sind 33 Schafwollspinnereien mit 990 Arbeitern, 6 Tuch- und Kasimirfabriken mit 850 Arbeitern, 3 Türkischroth-Färbereien, 2 Wollzeugfabriken mit 65 Gehilfen. Die Zuckererzeugung aus Runkelrüben beschäftigt 100 Menschen. Commerzial-Gewerbe treibende Meister und Gewerbsinhaber sind außerdem von folgenden Gewerbsarten, als: 4 Bandwirker, 7 Blattbinder, 17 Buchbinder, 23 Büchsenmacher, 9 Drechsler, 70 Färber, 6 Feilenhauer, 43 Gelbgießer, 9 Gold- und Silberarbeiter, 3 Granatenbohrer, 4 Hammerschmiedte, 51 Handschuhmacher, 51 Hutmacher, 14 Kammmacher, 80 Kürschner, 14 Klämpner, 5 Knopfmacher, 7 Kupferschmiedte, 130 Lohgärber, 5 Maschinenbauer, 20 Nagelschmiedte, 4 Posamentierer, 6 Pottaschensieder, 45 Riemer, 13 Sägenschmiedte, 42 Sattler, 85 Siefensieder, 65 Seiler, 160 Schilf- und Strohflechter, 105 Schlosser, 51 Steinschneider, 76 Strumpfsticker, 183 Strumpfwirker, 62 Töpfer, 34 Tuchbereiter, 1.061 Tuchmacher mit 1.169 Gesellen und Lehrlingen, 129 Tuchscheerer, 12 Tuchwalker, 25 Uhrmacher, 11 Wachszieher, 171 Wagner, 3.670 Weber mit 1.245 Gesellen und Lehrlingen, 61 Weißgärber, 9 Zeugweber, 4 Zinngießer, 8 Zirkelschmiedte. Ueber die Anzahl der Flachsspinner ist keine vollständige Angabe vorhanden; doch ist die Anzahl sowohl derjenigen, welche die Spinnerei als einzige Gewerbsquelle, als auch derer, welche sie nebenbei betreiben, gewiß äußerst beträchtlich.

Die Anzahl der mit Handel beschäftigten Personen beträgt 1.346; darunter sind gegen 600 Hausirer, von welchen besonders viele in der Gebirgsgegend der Herrschaften Semil, Nawarow, Klein-Skal, Swigan etc. ansäßig sind, welche den Hausirhandel vorzüglich mit Glasprodukten sowohl im Inlande als auch im fernen Auslande betreiben.

Der Werth sämmtlicher durch Gewerbs-Industrie erzeugten Produkte betrug im Jahr 1825 die bedeutende Summe von 9.987.494 W. W.

Die Post- und Commercial-Hauptstraßen, welche diesen Kreis durchschneiden, sind folgende:

1. die von Prag über Brandeis nach Jung-Bunzlau führende Straße; sie theilt sich hier in 3 Zweige, wovon der 1. von da nach Sobotka, der 2. über Münchengrätz und Liebenau nach Reichenberg, und weiter über Friedland und Seidenberg in der Lausitz führt; der 3. Zweig führt von Jung-Bunzlau nach Weißwasser, und theilt sich hier abermals in 2 Arme, wovon der eine über Hühnerwasser, Niemes, Gabel nach Zittau, der andere über Hirschberg auf die Rumburger Post- und Commerzialhauptstraße führt, mit welcher er sich bei Neuschloß vereinigt.

2. Die von Tetschen an der Elbe nach Mähren und Schlesien führende Straße geht von Haide, im Leitmeritzer Kreise, über Reichstadt, Niemes, Hühnerwasser, Münchengrätz und Sobotka nach Gitschin im Bidschower Kreise; sie durchschneidet alle vorher angeführten Straßenzweige, und verbindet sie untereinander.

3. Endlich führt eine Hauptstraße von Jung-Bunzlau über Nimburg und Podiebrad, wo sie die von Prag nach Königgrätz führende Hauptstraße durchschneidet, nach Kollin auf die Wiener Hauptstraße.

Außer diesen Hauptstraßen giebt es viele Landstraßen zur Verbindung der Ortschaften und Dominien; diese sind im Gebirge großentheils gut und chausséeartig unterhalten, im Flachlande aber, aus Mangel an geeignetem Pflasterungs-Material, theils sandig, theils lehmig, und dann in nasser Jahrszeit schlecht zu befahren. Ein k.k. Straßenkommissär zu Münchengrätz, und das in die Orte Nimburg, Jung-Bunzlau, Liebenau, Reichenberg, Friedland, Niemes, Hirschberg und Sobotka vertheilte k.k. Straßenaufsichts-Personale trägt Sorge für die Herstellung und Erhaltung der Hauptstraßen.

Die Erhebung der Zölle, Aufrechthaltung der Zollgesetze und Bewahrung der Gränze steht unter der k.k. Kameral-Bezirksverwaltung in Jung-Bunzlau, welchem das k.k. Zollkommissariat in Reichenberg und die k.k. Zoll-Legstätte daselbst, die k.k. Commerzial-Zollämter in Grottau, Ebersdorf und Petersdorf, die k.k. Gränzzollämter in Kohlige, Kunnersdorf, Heinersdorf und Neustadtel, dann die k.k. Commerzial-Stempelämter in Mergenthal, Zwickau und Gabel, und die 9. Compagnie der k.k. Gränzwache untergeordnet sind.

Sprache der Einwohner. Beide Landessprachen, die teutsche und die böhmische, herschen in diesem Kreise. Erstere ist die ausschließliche Volkssprache im ganzen nördlichen Theile und längs der Gränze mit dem Leitmeritzer Kreise, bis zum südlichsten Theile derselben; letztere herrscht am südlichen Abhange des Gebirges und im ganzen mittlern und südlichen Theile der Kreises. Von den 141 Kirchsprengeln desselben herrscht die teutsche Sprache in 58, mit 186.850 Einwohnern, die böhmische in 69, mit 172.571 Einwohnern, und in 14 Kirchsprengeln mit 40.156 Einwohnern ist die Sprache gemischt. Der teutsche Dialekt des Landmannes ist von dem im Leitmeritzer Kreise und in der angränzenden Lausitz herrschenden nicht verschieden; eine Eigenthümlichkeit desselben besteht in der ganz besondern Aussprache des Lautes L in der Mitte und am Ende der Worte, welches meist so klingt, wie das sogenannte grobe L in der polnischen Sprache; diese Aussprache findet sich vorzüglich in der Gegend von Reichenberg. Die böhmische Sprache wird in diesem Kreise mit besonderer Reinheit in den Gebirgsgegenden gesprochen.

Sitten und Gebräuche. Was in Beziehung auf diese in der allgemeinen Uebersicht des Leitmeritzer Kreises angeführt worden ist, hat auch hier seine Giltigkeit, und es ist merkwürdig, daß dieselben althergebrachten Gebräuche sich sowohl bei den teutschen als bei den böhmischen Bewohnern finden. Etwas mehr Verschiedenheit herrscht in der Kleidung. Der böhmische Landmann trägt seine kurzen Beinkleider gern von ungefärbtem Leder, liebt als Kopfbedeckung die hohe Pudelmütze, und wählt für seinen langen Rock gern lichtgraue Farben, während der teutsche Landmann meist schwarzgefärbte Lederhosen, einen Hut mit breiter Krämpe, welche zuweilen aufgestützt wird, und einen kürzern Rock von meist dunkelblauer Farbe trägt. Auch die Tracht des weiblichen Geschlechtes hat viel Eigenthümliches. Die runde Kappenhaube mit einem schmalen, glatt an Stirne und Wange anliegenden Spitzenbesatz, ist fast bloß Eigenthum der Verheuratheten; die ledige weibliche Jugend trägt das Haar meist in Zöpfe geflochten, welche auf dem Scheitel zu einem nestartigen Geflechte zusammengelegt und mit einer querdurchgesteckten langen Nadel befestigt werden; dieser Kopfputz wird dann bloß durch ein Tuch bedeckt. Steife Mieder mit hohem Latze, oft mit Goldborten und an den Achseln mit bunten Bandschleifen besetzt, kurze faltenreiche Röcke, und in einigen Gegenden rothe Strümpfe und Schuhe mit hohen Absätzen, vollenden das Charakteristische desselben. In den Industrie treibenden Gegenden ist die Kleidung beider Geschlechter mehr städtisch und dem Wechsel der Mode unterworfen. Talent und Liebe zur Musik finden sich auf hier, sowohl bei den teutschen als bei den böhmischen Einwohnern, und Musik und Tanz, so wie Schauspiele, gehören unter die vorzüglichsten Volksbelustigungen. Das Vogelschießen, welches sich aus Sachsen in die Städte des Leitmeritzer Kreises verpflanzt zu haben scheint, ist im Bunzlauer Kreise nicht üblich, wohl aber das Scheibenschießen, und nicht bloß die Städte, sondern auch viele Dörfer in den Industriegegendeen habe ihre Schießstätten und Schützengesellschaften.

Was für Wohlthätigkeits-Anstalten sowohl in früherer als in der neuesten Zeit geschehen ist, wird in der Topographie bei den Dominien und Ortschaften angezeigt werden.


1 Durch den merkwürdigen Bohrversuch nach Lagern von Steinsalz bei Stranow, südlich von Jung-Bunzlau, ist man auch zur Kenntniß der Zusammensetzung dieser Formation im Flachlande gelangt, wo die Thaldurchrisse nicht mehr die bedeutende Tiefe erreichen. Das Bohrloch, bereits auf 1.000 Fuß niedergetrieben, hat dessenungeachtet bis jetzt bloß die Glieder dieser Formation, nämlich Plänerkalkstein, Quadersandstein und plastischen Thon, in abwechselnden mächtigen Schichten, durchstoßen; Sandstein und sandiger Kalkstein wechseln in beträchtlicher Tiefe einige Male, und bei 900 Fuß Tiefe traf der Bohrer ein sehr mächtiges Lager von plastischem Thon, welches unter der Formation nach ihrer ganzen Ausdehnung verbreitet zu seyn scheint; denn nach Durchbohrung desselben fanden sich wasserhaltende lockere Schichten, aus welchen das im gespannten Zustande vorhandene Wasser über die obere Mündung des Bohrloches sich ergießt, wie aus einem sogenannten artesischen Brunnen. Dieses Vorhandenseyn von wasserführenden Schichten in so beträchtlicher Tiefe giebt zugleich einen negativen Wink für die Bohrung von artesischen Brunnen, welche sonst in diesen wasserarmen Gegenden von großem Nutzen seyn würden.

2 Nach einem zehnjährigen Durchschnitte der Getraidepreise auf den 6 Hauptmärkten des Kreises, zu Gabel, Jung-Bunzlau, Melnik, Nimburg, Turnau und Reichenberg, von 1821 bis 1830, ist der Mittelpreis auf dem Markte zu Gabel von einem n. ö. Metzen Waizen in W. W. 7 Gulden 20 Kreuzer, Korn 5 Gulden 37 Kreuzer, Gerste 4 Gulden 10½ Kreuzer, Haber 3 Gulden 6½ Kreuzer. Der höchste Preis war 1828 von Waizen 9 Gulden 16 Kreuzer, von Korn 8 Gulden 5 Kreuzer, von Gerste 6 Gulden 5 Kreuzer, von Haber 3 Gulden 30 Kreuzer, und der niedrigste 1825 von Waizen 5 Gulden 10 Kreuzer, von Korn 3 Gulden 20 Kreuzer, von Gerste 2 Gulden 21 Kreuzer, von Haber 1 Gulden 56 Kreuzer In W. W. Mit diesen fast gleich sind die Preise auf dem Markte zu Turnau. Auf dem Markte zu Reichenberg sind die Preise im Durchschnitte 20 bis 40 Kreuzer per Metzen höher, in den Städten des Flachlandes dagegen um 15 bis 30 Kreuzer per Metzen niedriger, als in Gabel und Turnau.

3 Der um die vaterländische Pflanzenkunde sehr verdiente Botaniker, Herr Philipp Maximilian Opitz, hat uns dieses Verzeichniß gefälligst mitgetheilt.

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